Ein Pumptrack für 700’000 Franken? Die SVP verlangt Augenmass
Ein zweckmässiger Pumptrack für Kinder und Jugendliche ist sinnvoll. Doch 700’000 Franken für die Anlage am Grütliweg sind aus Sicht der SVP nicht zu rechtfertigen. Die Stadtparlamentssitzung vom 22. September zeigte zugleich, dass sich hartnäckiges Nachfragen lohnt: U-Säcke sollen künftig auch in Containern verwendet werden dürfen.
Pumptrack: Ja zum Angebot, Nein zum überrissenen Preis
Jürg Brunner machte für die SVP-Fraktion deutlich: Wir wollen einen Pumptrack, den Kinder und Jugendliche gerne nutzen. Dafür braucht es keine Anlage für rund 700’000 Franken. Nach den Vergleichen, welche die Fraktion zusammengetragen hat, haben Gemeinden in der Umgebung deutlich günstigere Anlagen gebaut, häufig für rund 250’000 Franken.
In der Debatte wurden zwar andere teure Projekte genannt. Solche Zahlen helfen aber nur, wenn man Gleiches mit Gleichem vergleicht. Ein Bikepark ist kein kleiner Pumptrack. Anderswo enthalten die Projektkosten zudem Arbeiten wie die Verlegung von Wegen oder eines Bachs. Solche Eingriffe stehen am Grütliweg nicht an.
Die SVP unterstützte deshalb den Rückweisungsantrag: Das Projekt sollte überarbeitet und auf ein vernünftiges Mass gebracht werden. Ein Aufschub hätte zudem die Möglichkeit offengelassen, im kommenden Jahr kantonale Beiträge zu erhalten. Der Rückweisungsantrag scheiterte um eine einzige Stimme. Nach unserer Einschätzung wäre mindestens die Hälfte des vorgesehenen Betrags mit einer zweckmässigeren Lösung vermeidbar gewesen.
Besonders bitter: Zwei Mitglieder der FDP fehlten, während die Präsidien von FDP und Mitte entgegen ihren Fraktionen stimmten. Wenn in dieser Stadt so politisiert wird dann helfen auch bürgerliche Mehrheiten nichts. Solche Abweichler sind Steigbügelhalter linker Steuergeldverschwendung. Wer sorgfältig mit Steuergeld umgehen will, muss es gerade bei solchen Entscheiden zeigen. Die SVP hat es getan.
U-Säcke künftig auch in Containern: Ein Erfolg für die Bevölkerung
Beim U-Sack hat die SVP eine konkrete Verbesserung erreicht. Esther Granitzer fragte, weshalb die günstigeren U-Säcke nicht auch in Kehrichtcontainern verwendet werden dürfen. Containerinhaber bezahlen bereits eine Gewichts- und eine Andockgebühr. Trotzdem sollten sie für einen 35-Liter-Sack weiterhin den teureren Gebührensack zu 2 Franken verwenden, während der U-Sack ab Januar 1.70 Franken kostet.
Zu Beginn der Debatte gab es Unklarheit, weil eine vorab per E-Mail gestellte Frage den Stadtrat offenbar nicht erreicht hatte. Nach der Diskussion lenkte er ein: U-Säcke sollen künftig auch in Containern zugelassen werden. Das spart den betroffenen Haushalten Geld und beseitigt eine schwer verständliche Ungleichbehandlung. Nun kommt es darauf an, dass die Zusage im Vollzug umgesetzt wird.
Konsumraum: Finanzierung zuerst verbindlich sichern
Karin Winter-Dubs legte dar, weshalb die SVP beim geplanten Konsumraum auf verbindliche Finanzierungszusagen bestand. Ein Konsumraum kann den offenen Drogenkonsum im öffentlichen Raum verringern. Ob er auch die Sicherheit tatsächlich verbessert und welche Folgen er für das Quartier hat, muss im Pilotbetrieb überprüft werden.
Vor allem darf die Stadt nicht allein für ein Angebot zahlen, das auch Menschen aus umliegenden Gemeinden und Kantonen nutzen. Deren Beiträge waren zum Zeitpunkt der Debatte noch nicht verbindlich zugesichert. Die SVP beantragte deshalb, den Kredit von 4,168 Millionen Franken an entsprechende Zusagen für die Pilotphase zu knüpfen. Dieser Abänderungsantrag fand keine Mehrheit. Die Frage, wer die Kosten langfristig trägt, bleibt damit politisch entscheidend.
Weitere Geschäfte: Folgekosten offenlegen, Mittel gezielt einsetzen
Die SVP lehnte auch die Vorlage zur stadtklimatischen Aufwertung beim Durchbruch Turnerstrasse–Gerbeweg–Neugasse ab. Ein wesentlicher Grund: Die wiederkehrenden Folgekosten waren aus Sicht der Fraktion in der Vorlage nicht ausreichend ausgewiesen. Wer einen Kredit beschliessen soll, muss wissen, welche Ausgaben daraus dauerhaft entstehen.
Bei der offenen Jugendarbeit Ost sprach Manuela Ronzani gegen die Zusammenlegung dreier Treffpunkte an einem Standort. Nähe zum Quartier gehört zu einer niederschwelligen Jugendarbeit. Zudem würde die Zentralisierung gegenüber der heutigen Lösung nach den Zahlen der Vorlage über zehn Jahre rund 425’000 Franken zusätzlich kosten. Die SVP hätte eine vertiefte Prüfung begrüsst, was sich mit diesen Mitteln an den bestehenden Treffpunkten gemeinsam mit den Jugendlichen verbessern liesse.
Der Erhöhung der städtischen Beteiligung an der Regionalen Wasserversorgung St.Gallen AG stimmte die SVP zu. Esther Granitzer erinnerte daran, wie wichtig eine verlässliche Trinkwasserversorgung ist. Bei einem Kredit von 7,85 Millionen Franken erwartet die Fraktion künftig aber vollständigere Angaben zu Tragbarkeit, Ertrag und Risiken.
Offener Diskurs gehört zur Demokratie
In der Debatte über die Einladung von Curtis Yarvin an das St.Gallen Symposium verteidigte Manuela Ronzani den offenen akademischen Diskurs. Die SVP teilt antidemokratische Positionen nicht. Gerade deshalb müssen sie öffentlich kritisiert und mit Argumenten widerlegt werden können. Die Politik sollte einer Universität oder einem studentisch organisierten Symposium nicht vorschreiben, welche rechtmässigen Auffassungen überhaupt diskutiert werden dürfen.
Die Sitzung hat zwei Seiten parlamentarischer Arbeit gezeigt: Beim Pumptrack und beim Konsumraum fand die SVP für ihre finanzpolitischen Anträge keine Mehrheit. Beim U-Sack führte ihr Nachfragen dagegen zu einer Zusage des Stadtrats, von der Bürgerinnen und Bürger unmittelbar profitieren können. Für beides gilt derselbe Massstab: Öffentliche Mittel müssen wirksam eingesetzt und Entscheide nachvollziehbar begründet werden.
Bürgerliche und sparsame Politik gibt es nur noch mit der SVP
Diese Debatte hat gezeigt: Wer verlässliche und sparsame Politik will, welche nachhaltig mit Steuergeldern umgeht, muss SVP wählen. Die Pumptrack-Debatte hat gezeigt, wie wenig eine bürgerliche Mehrheit nützt, wenn sie im entscheidenden Moment nicht zusammenhält. Die SVP wollte ein gutes Angebot für Kinder und Jugendliche zu einem vernünftigen Preis. Stattdessen scheiterte die Rückweisung einer 700’000-Franken-Vorlage um eine einzige Stimme. Wer erwartet, dass die Stadt jeden Steuerfranken sorgfältig einsetzt und überrissene Projekte kritisch prüft, braucht eine verlässliche Vertretung im Parlament. Dafür steht noch einzig und allein die SVP.
