Stadtparlament vom 26. Mai 2026: SVP erzwingt Neustart bei den Stadtwerken

Ein Abend, der gezeigt hat: Sachpolitik wirkt.

Die Sitzung des Stadtparlaments vom 26. Mai 2026 hatte viele Traktanden. Einige waren Formsache, andere wurden zurückgewiesen, einzelne Kredite wurden deutlich angenommen oder abgelehnt. Das politisch wichtigste Geschäft des Abends war aber ohne Zweifel die Zukunft der St.Galler Stadtwerke.

Hier ging es nicht um eine technische Organisationsfrage. Es ging um Strom, Wasser, Wärme, Versorgungssicherheit, städtisches Vermögen in grosser Höhe und um die Frage, wer am Ende die Kontrolle über eine zentrale Infrastruktur unserer Stadt behält.

Die SVP-Fraktion hat bei diesem Geschäft klar Haltung gezeigt. Und sie war erfolgreich.

St.Galler Stadtwerke: Rückweisung statt Kontrollverlust

Der Stadtrat wollte die St.Galler Stadtwerke in ein selbständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen umwandeln. Auf dem Papier klingt das nach mehr Flexibilität, moderner Führung und unternehmerischem Handlungsspielraum. In der Sache ist klar: Die Stadtwerke stehen vor grossen Herausforderungen. Der Energiemarkt verändert sich, die Investitionen steigen, die Anforderungen an Versorgungssicherheit, Netze, Digitalisierung und Wärmeversorgung werden grösser.

Die SVP bestreitet das nicht. Im Gegenteil: Genau weil die Stadtwerke für St.Gallen so wichtig sind, darf eine solche Reform nicht halbpatzig, unausgegoren und politisch schlecht abgestützt vors Volk gebracht werden.

Donat Kuratli machte im Namen der SVP-Fraktion deutlich: Wir wollen keine Reform, bei der das Parlament und damit die Bevölkerung am Schluss nur noch bezahlen darf, aber die Kontrolle verliert. Wer bezahlt, muss auch befehlen können. Und wer Verantwortung trägt, muss kontrollieren können. Diese Kontrolle gehört ins Parlament und damit in die demokratische Öffentlichkeit.

Die Vorlage des Stadtrats ging aus unserer Sicht zu weit. Sie hätte den Stadtwerken zwar mehr Freiheit gegeben, aber die politische Steuerung und Kontrolle zu stark geschwächt. Gerade bei einer Infrastruktur, die für das tägliche Leben der Bevölkerung zentral ist, braucht es Augenmass. Strom, Wasser, Gas, Fernwärme und Versorgungssicherheit sind kein Experimentierfeld für eine Verwaltungsreform, die am Ende kaum mehr rückholbar ist.

Die SVP beantragte deshalb die Rückweisung. Der Stadtrat soll nochmals über die Bücher und eine bessere Vorlage erarbeiten. Eine Vorlage, die mehr Handlungsspielraum ermöglicht, ohne dass Parlament und Bevölkerung die Kontrolle verlieren. Eine Vorlage, die unterschiedliche Bereiche der Stadtwerke differenziert betrachtet: Grundversorgung ist nicht dasselbe wie marktorientiertes Zusatzgeschäft. Service public ist nicht dasselbe wie Wettbewerb.

Besonders erfreulich war, dass die SP ihren eigenen Rückweisungsantrag nach der Debatte und einer kurzen Pause zugunsten des SVP-Antrags zurückzog. Dafür danken wir der SP ausdrücklich, dass auch sie über ihren Schatten gesprungen ist, um sachpolitisch die beste Lösung zu erhalten. Dieser Schritt war politisch klug und sachlich richtig.

Einige sprachen anschliessend von einer «unheiligen Allianz». Das ist Unsinn. Was hier passiert ist, war Sachpolitik. Wenn ein Geschäft so wichtig ist, muss man über Fraktionsgrenzen hinweg Mehrheiten suchen. Genau das hat die SVP getan. Genau deshalb wurde der Rückweisungsantrag mit 32 zu 29 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.

Das ist ein Erfolg für die SVP. Aber vor allem ist es ein Erfolg für die Stadt St.Gallen. Nur durch das Wirken der SVP besteht nun die Chance, dass die Stadtwerke so organisiert werden, dass sie handlungsfähig bleiben, ohne dass die demokratische Kontrolle verloren geht.

Dass ausgerechnet gewisse bürgerliche Parteien diese staatspolitische Grundfrage offenbar nicht verstanden haben, ist bemerkenswert. Wenn man bei einer Vorlage dieser Tragweite nicht erkennt, dass Kontrolle, Verantwortung und Finanzierung zusammengehören, darf man sich an den nächsten Wahlen nicht wundern, wenn Wählerinnen und Wähler ihre Stimme lieber jener Kraft geben, die Klartext spricht und Verantwortung übernimmt: der SVP.

Flottenerneuerung VBSG: teuer, einseitig und zu wenig krisenfest

Das zweite grosse Geschäft des Abends war die dritte Etappe der Flottenerneuerung der VBSG. Der Kredit beträgt 61 Millionen Franken. Beschafft werden sollen weitere Batterie- und Batterietrolleybusse, dazu braucht es Ladeinfrastruktur im alten Depot. Das Parlament sagte mit 52 zu 8 Stimmen Ja. Der Kredit untersteht dem obligatorischen Referendum.

Die SVP-Fraktion lehnte die Vorlage grossmehrheitlich ab. Donat Kuratli wies darauf hin, dass die Stadt hier erneut einen einseitigen technologischen Weg einschlägt. Moderne Verkehrspolitik bedeutet nicht, sich ideologisch auf eine einzige Technologie festzulegen.

Batteriebusse mögen auf den ersten Blick sauber wirken. Eine ehrliche Gesamtbetrachtung muss aber auch die graue Energie, die Herstellung der Batterien, den Rohstoffabbau, die Entsorgung und die Lebensdauer der Fahrzeuge einbeziehen. Wenn Fahrzeuge nach rund 15 Jahren ersetzt werden müssen und kaum mehr weiterverwendet werden können, ist das nicht automatisch nachhaltig.

Dazu kommt die Frage der Versorgungssicherheit. Wir sprechen ständig über Strommangellagen, Netzstabilität und Abhängigkeiten. Gleichzeitig elektrifizieren wir den öffentlichen Verkehr immer stärker. Ein krisenfester öffentlicher Verkehr braucht aber nicht ideologische Einseitigkeit, sondern einen vernünftigen Technologiemix.

Die SVP ist nicht gegen Innovation. Aber Innovation ohne Kostenbewusstsein, ohne Resilienz und ohne vollständige ökologische Betrachtung ist keine gute Politik. In der kommenden Volksabstimmung wird einmal mehr die SVP Stadt St.Gallen alleine gegen alle anderen Parteien antreten und diese undurchdachte Geldverschwendung bekämpfen!

Gasttaxe: Zustimmung, aber das Reglement ist veraltet

Beim Nachtrag zum Gasttaxenreglement stimmte die SVP zu. René Neuweiler machte für die Fraktion aber klar: Diese Zustimmung ist kein Freipass für ein veraltetes System.

Das heutige Reglement passt nicht mehr zur Realität des modernen Hotel-, Ferienwohnungs- und Plattformmarkts. Buchungen laufen heute über Airbnb, Booking.com und andere Plattformen. Private Anbieter, Kurzzeitvermietungen und digitale Buchungssysteme stellen den Vollzug vor neue Fragen. Gerade deshalb braucht es einfache, klare und faire Regeln.

Es kann nicht sein, dass die Hotellerie korrekt abliefert, während bei privaten Angeboten Vollzugslücken bestehen. Ebenso wenig ist es sinnvoll, mit veralteten Altersgrenzen und komplizierten Formularen zusätzliche Bürokratie für jene zu schaffen, die sich korrekt verhalten.

Die SVP sagt deshalb: Die Anpassung der Tarife mag nachvollziehbar sein. Aber der Stadtrat muss das Reglement grundlegend modernisieren. St.Gallen braucht ein einfaches, zeitgemässes und vollzugstaugliches System. St.Gallen-Bodensee Tourismus muss mit der neuen Führung das Heft in die Hand nehmen.

Gebäudemanagement: Ja zu notwendigem Personal, Nein zu weiterem Stellenwachstum

Beim Ausbau des Gebäudemanagements Schul- und Sportanlagen beantragte der Stadtrat zwei Stellenerhöhungen. Die ersten 2,4 Stellen wurden bereits im Rahmen der Budgetdebatte gutgeheissen und vom Parlament nun bestätigt. Die SVP unterstützte diesen Teil grossmehrheitlich.

Manuela Ronzani erklärte für die SVP aber auch, weshalb die zusätzlichen 2,35 Stellen abzulehnen sind. In der derzeitigen Lage tun wir uns schwer, immer neue Stellen zu schaffen. Gerade wiederkehrende Ausgaben belasten die Erfolgsrechnung jedes Jahr erneut.

Schulhäuser, Turnhallen und Sportanlagen müssen sauber, sicher und benutzbar sein. Dafür braucht es Personal. Aber wenn Aufgaben dezentralisiert und Kompetenzen nach unten verlagert werden, muss auch gefragt werden, welche Aufgaben oben wegfallen. Es kann nicht sein, dass unten immer mehr dazukommt, während oben nichts reduziert wird.

Zudem braucht es mehr Eigenverantwortung bei externen Nutzern. Vereine leisten viel für unsere Stadt. Gleichzeitig ist es legitim, von Nutzern öffentlicher Anlagen klare Pflichten zu verlangen: Räume ordentlich hinterlassen, Regeln einhalten, kleinere Aufgaben übernehmen und sich angemessen an Kosten beteiligen, wenn zusätzliche Leistungen beansprucht werden.

Das Parlament bewilligte die ersten 2,4 Stellen deutlich. Die zusätzlichen 2,35 Stellen wurden mit 26 zu 34 Stimmen abgelehnt. Auch hier setzte sich die Linie durch: notwendige Leistungen ja, automatisches Stellenwachstum nein.

Strassenunterhaltsstützpunkt Rotmonten: 5,4 Millionen sind zu viel

Beim geplanten Strassenunterhaltsstützpunkt Rotmonten unterstützte die SVP die Rückweisung. Jürg Brunner sprach für die Fraktion.

5,4 Millionen Franken für einen Zweckbau sind in der heutigen Finanzlage schlicht zu viel. Gerade bei funktionalen Bauten muss die Stadt besonders sorgfältig mit dem Geld umgehen. Es geht nicht darum, notwendige Infrastruktur zu verhindern. Es geht darum, dass Aufwand, Nutzen und Kosten in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

Das Parlament folgte der Rückweisung deutlich. Der Stadtrat muss das Geschäft überarbeiten.

Kunst am Bau: Wer zu spät kommt, muss mit einem Nein rechnen

Auch beim Kredit von 155’000 Franken für «Kunst am Bau» bei den Fernwärmezentralen Lukasmühle und Waldau sagte die SVP Nein.

Die Begründung war einfach: «Kunst am Bau» gehört ins Bauprojekt – oder gar nicht. Wenn der Stadtrat solche Ausgaben will, muss er sie rechtzeitig beantragen und sauber in das Projekt integrieren. Nachträglich mit einem separaten Kredit zu kommen, ist der falsche Weg. Eine gesetzliche Verpflichtung, Kunst am Bau trotz knapper Finanzen zu machen, besteht nicht.

In Zeiten knapper Kassen gilt: Wer Geld will, beantragt es rechtzeitig und begründet es überzeugend. Das war hier nicht der Fall. Das Parlament lehnte den Kredit mit 34 Nein zu 26 Ja ab.

Beginenweg: klare Zustimmung

Der Kredit für die Neugestaltung des Pärklis und des Bereichs rund um die neue Fussgänger- und Velounterführung beim Beginenweg wurde klar angenommen. Dieses Geschäft stand politisch weniger im Zentrum der Debatte. Die SVP stimmte dagegen, da es Bestandteil der ursprünglichen Vorlage hätte sein müssen und es günstigere Alternativen gegeben hätte.

Fazit: Sachpolitik statt Chaos verursachen

Die Sitzung hat gezeigt: Die SVP wirkt. Nicht mit Schlagworten, sondern mit klaren Anträgen, sachlichen Argumenten und politischer Konsequenz.

Bei den Stadtwerken konnte nur dank der SVP verhindert werden, dass eine unausgereifte Vorlage vors Volk kommt. Der Stadtrat muss nun eine bessere Lösung erarbeiten. Eine Lösung, die den Stadtwerken Handlungsspielraum gibt, ohne die demokratische Kontrolle aus der Hand zu geben.

Wer diese Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg als «unheilige Allianz» bezeichnet, hat nicht verstanden, worum es geht. Es geht um die Sache. Es geht um Kontrolle über zentrale Infrastruktur. Es geht um Verantwortung gegenüber den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern.

Die eigentliche unheilige Allianz zeigte sich erst nach der Sitzung: als sich einzelne Politiker aus Mitte und FDP zusammen mit Rot-Grün gegen die SVP-Nachhaltigkeitsinitiative stellten. Wer vorher der SVP bei den Stadtwerken eine «unheilige Allianz» vorwirft und danach selber mit Rot-Grün gegen eine bürgerliche Nachhaltigkeitsinitiative ins Bett steigt und von Chaos spricht, sollte zuerst das Chaos im eigenen Kopf aufräumen und Ordnung in Bezug auf seine politische Strategie schaffen.

Die SVP bleibt dabei: Wir machen Politik für die Bevölkerung, für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und für eine Stadt, die ihre Finanzen, ihre Infrastruktur und ihre Verantwortung im Griff behält; für eine lebenswerte Schweiz und Stadt. Keine 10-Millionen-Schweiz und auch keine 100’000er-Stadt. Das Chaos entsteht erst, wenn wir so weitermachen wie bisher und unkontrollierte Zuwanderungspolitik machen. Der Fachkräftemangel besteht nur noch in einigen Köpfen, in der realen Welt finden heute wirkliche Fachkräfte keinen Job mehr. Wer unbegrenzte Zuwanderung will, muss die Infrastruktur bereitstellen, verdichtet und mit Wolkenkratzern bauen, ganz nach dem Motto: Es wurden Fachkräfte gerufen und Autofahrer sind gekommen. Diese widersprüchliche Politik zeigt sich exemplarisch in der Stadt St.Gallen: Da stehen einige Bürgerliche mit Links-Grün zusammen für ein Foto gegen die Nachhaltigkeitsinitiative zur 10-Millionen-Schweiz, reklamieren dann aber, dass Links-Grün bei Strassenbauprojekten nicht bereit ist, die Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um die Infrastruktur aufzubauen, welche durch die unbegrenzte Zuwanderung vergrössert werden muss.

12. Sitzung des Stadtparlaments -Bericht aus der Budgetsitzung vom 9. Dezember 2025

Budgetdebatte 2026: Ein bürgerliches Signal – aber noch lange nicht genug

Die Budgetdebatte 2026 hat gezeigt: Die bürgerlichen Parteien haben den Ernst der Lage erkannt. Die Stadt St.Gallen gibt seit Jahren über ihre Verhältnisse aus, und ein strukturelles Defizit von rund 30 Millionen Franken lässt sich nicht länger schönreden. Entsprechend deutlich fiel unser Eintretensvotum aus – und es prägte die gesamte Debatte.


1. Eintretensvotum der SVP: Es braucht endlich Führung – und echte Einsparungen

(René Neuweiler)

Unser Fraktionssprecher machte unmissverständlich klar: Ein „Übergangsbudget“ gibt es nicht. Der Stadtrat verwaltet, statt zu führen. Die Hoffnungen, die er in das Projekt ALLIANCE setzt, sind weder realistisch noch verantwortungsvoll. Wer ein strukturelles Defizit von 30 Millionen Franken hat, darf nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Die SVP fordert seit Jahren das, was jetzt unausweichlich wird:

  • Konsequente Stellenreduktionen, wo Aufgaben reduziert oder Projekte zurückgestellt werden.
  • Schmerzhafte, aber zwingende Priorisierung, statt kosmetischer Sparübungen.
  • Einen realistischen Weg zum Abbau der viel zu hohen Verschuldung, die heute schon künftige Generationen belastet.

Wir unterstützen deshalb den Antrag der GPK auf eine Steuerfusssenkung. Nicht weil plötzlich Geld im Überfluss vorhanden wäre – sondern weil ein Mittelentzug mittlerweile die einzige Sprache ist, die der Stadtrat versteht. Die Stadt hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem.


2. Rente Stadtrat: Fehler, die nicht passieren dürfen

(René Neuweiler)

Ein Budgetposten zum „Verzicht auf Nachbezug zusätzliches Ruhegehalt“ entpuppte sich als gravierender Fehler. Ohne die kritische Nachfrage der SVP wären potenziell Hunderttausende Franken zu Unrecht ausbezahlt worden. Dass weder die Verwaltung noch die betroffenen Stadträte dies selbst bemerkten, ist irritierend und zeigt erneut mangelnde Sorgfalt.


3. Kongressstrategie: Ein wirtschaftsfeindlicher Fehlentscheid der GLP

(René Neuweiler)

Der GLP-Antrag, die Kongressförderung komplett zu streichen, entlarvte eine beunruhigende wirtschaftspolitische Orientierungslosigkeit. Die behauptete «Doppelspurigkeit» existiert nachweislich nicht. Kongresse wie das St.Gallen Symposium, START Global oder der European Colorectal Congress bringen Millionen an Wertschöpfung in die Stadt.

Hier zeigte sich klar: Die Grünliberalen sind selbst bei Wirtschaftsthemen keine verlässlichen Partner. Wir stellen uns ernsthaft die Frage, ob das L in GLP wirklich für liberal steht – oder inzwischen doch eher für links.

Wer sich einerseits für über zusätzliche CHF 100’000 in der ohnehin bereits üppig dotierten Biodiversitätsförderung stark macht, gleichzeitig aber in derselben Sitzung den Wirtschaftsstandort St.Gallen schwächen möchte und sogar die bereits knapp ausgestattete Kongressförderung weiter beschneiden will, muss sich solche Fragen gefallen lassen.


4. Tagesbetreuung: Kostenexplosion stoppen – GPK-Antrag unterstützt

(Manuela Ronzani)

Die Kosten der Tagesbetreuung wachsen seit Jahren ungebremst. Der Antrag der GPK, die Elternbeiträge moderat zu erhöhen, ist eine faire und verantwortungsvolle Massnahme. Die SVP hat ihn klar unterstützt: Wer ein Angebot nutzt, soll sich angemessen daran beteiligen. Gleichzeitig bleiben Unterstützungsmodelle für Familien bestehen.


5. Zwischennutzung Waaghaus: Was Zwischennutzung ist – und was sie nicht ist

(Donat Kuratli)

Zwischennutzung bedeutet: günstiger Raum im Austausch gegen Nutzung – aber keine städtischen Geldflüsse. Die beantragten 58’000 Franken widersprechen dem Prinzip einer Zwischennutzung fundamental. Wir unterstützen deshalb den GPK-Antrag auf vollständige Streichung.


Politische Einordnung: Was diese Debatte gezeigt hat

1. Positiv: Die bürgerlichen Parteien haben gemeinsam Sparwillen signalisiert.

Die SVP, FDP und Mitte-Fraktion konnten mehrfach korrigierend eingreifen und unnötige Ausgaben streichen.

2. Negativ: Die Investitionen bleiben viel zu hoch.

Sie sind ideologisch geprägt und wären ohne weiteres um einen zweistelligen Millionenbetrag zu kürzen gewesen. Dies wurde von links-grünen Parteien blockiert – trotz Schuldenberg.

3. Der Stadtrat muss im nächsten Jahr endlich harte Entscheide treffen.

Stadtverwaltung und Leistungen müssen überprüft und reduziert werden.
Wir wollen einen schlanken, effizienten Staat, keinen ideologischen Selbstbedienungsladen.

4. Der Linksblock hat mit Stichentscheid unnötige Projekte durchgedrückt.

Besonders stossend war der Entscheid zur fragwürdigen Stelle des Quartierbeauftragten.
Ein klarer Fall, in dem ein ideologisch motiviertes Projekt künstlich am Leben erhalten wurde.

5. GLP unverlässlicher Partner

Die Debatte hat gezeigt, wie sich die GLP in ihrer Rolle als „Zünglein an der Waage“ gefällt. Aber sie hat auch gezeigt, dass die Grünliberalen selbst bei Wirtschaftsthemen keine verlässlichen Partner sind, wenn sie solch wirtschaftsfeindliche Anträge wie den zur Streichung der Kongressförderung stellen. Zudem bedauern wir es, dass genau durch den Stichentscheid der GLP-Präsidentin zugunsten linksgrüner Themen entschieden wurde. Vor allem beim Quartierbeauftragten haben wir erwartet, dass die Chance genutzt wird und wenigstens diese eine unnötige Stelle verschwindet. Wenn nicht diese, dann fragen wir uns, welche dann mit Alliance verschwinden soll.


Fazit der SVP: Ein Schritt in die richtige Richtung – aber viel zu klein

Wir haben in dieser Sitzung wichtige Signale gesetzt – zusammen mit anderen bürgerlichen Parteien. Doch solange der Stadtrat weiterhin zu hohe Ausgaben verteidigt und keine Prioritäten setzt, bleibt das strukturelle Defizit bestehen.

Die SVP wird auch im Jahr 2026 konsequent Druck machen: für tiefere Ausgaben, schlanke Strukturen und eine Stadt, die sich wieder auf das Wesentliche konzentriert.

Im Parlament haben alle Parteien grosse Hoffnungen in das Sparprogramm Alliance gesetzt. Wir hingegen bleiben skeptisch – nicht aus Prinzip, sondern aus Erfahrung. Natürlich würden auch wir uns freuen, wenn das strukturelle Defizit damit endlich verschwinden würde. Doch solange keine echten Prioritäten gesetzt, keine unnötigen Projekte gestoppt und keine überdimensionierten Strukturen durch Stellenstreichungen korrigiert werden, bleibt Alliance ein Versprechen auf Papier.

Wir werden genau hinschauen – und weiterhin dafür sorgen, dass die Stadt St.Gallen nicht nur verwaltet, sondern endlich verantwortungsvoll geführt wird.

6. Sitzung des Stadtparlaments vom 24. Juni 2025 – SVP gegen Wunschkonzert auf Kosten der Allgemeinheit

Am Dienstag, 24. Juni, tagte das Stadtparlament St.Gallen zum sechsten Mal in dieser Legislatur. Zwei Vorlagen stachen heraus, weil sie exemplarisch für eine politische Richtung stehen, die wir nicht mittragen können: die Weiterführung des Bewegungsangebotes „MiniMove“ und die städtische Unterstützung der Initiative „Sex? Aber safe!“. In beiden Fällen sprach sich die Mehrheit der SVP-Fraktion klar gegen eine öffentliche Finanzierung aus. Warum? Weil wir in Zeiten knapper Finanzen klare Prioritäten setzen müssen.


Traktandum 1: Weiterführung „MiniMove“
MiniMove ist ein Bewegungsprojekt für Kleinkinder und ihre Eltern. Gut gemeint, zweifellos. Aber gut gemeint reicht nicht. Die SVP anerkennt die Bedeutung früher Förderung und sozialer Teilhabe. Doch wir sagen klar: Die Verantwortung für Bewegung und gesunde Entwicklung liegt primär bei den Eltern. Es ist nicht Aufgabe der Stadt, Freizeitangebote für Kleinkinder zu organisieren und zu finanzieren – schon gar nicht dauerhaft und mit Infrastruktur, Betreuung und Verpflegung.

In einer finanziell angespannten Lage braucht es haushälterische Disziplin. „MiniMove“ mag sympathisch sein, doch es gehört nicht zur Grundversorgung wie Bildung, Sicherheit oder Infrastruktur. Zudem bleibt die Wirkung unklar, die Umsetzung ist vollständig ausgelagert und die Finanzierung nicht nachhaltig. Wir fordern mehr Mut zur Priorisierung statt Wohlgefühl auf Kosten der Steuerzahler. Die SVP-Fraktion lehnt diese Vorlage mehrheitlich ab.


Traktandum 2: Initiative „Sex? Aber safe!“
Die Initiative fordert kostenlose Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten. Was auf den ersten Blick vernünftig klingt, ist bei genauerer Betrachtung gesundheitspolitisch fragwürdig, finanziell riskant und inhaltlich unausgereift. Die SVP sagt klar Nein.

Gesundheitsschutz beginnt bei der Eigenverantwortung. Wer Risiken eingeht, muss auch bereit sein, Verantwortung zu tragen – auch finanziell. Gratisangebote fördern nicht automatisch verantwortungsvolles Verhalten. Im Gegenteil: Sie können falsche Sicherheit suggerieren. Zudem ist unklar, welche Kosten auf die Stadt zukommen würden. In einer angespannten Haushaltslage ist das nicht verantwortbar.

Und nicht zuletzt: Warum genau sollen solche Tests gratis sein – und andere medizinische Leistungen nicht? Diese einseitige Bevorzugung lehnen wir ab. Die bestehenden Strukturen in Aufklärung und Prävention funktionieren gut. Es braucht keine Symbolpolitik mit ungewissem Preis. Auch einem Gegenvorschlag stimmen wir nicht zu.


Fazit
Zwei Vorlagen, zwei klare Haltungen: Die SVP steht für Eigenverantwortung, Priorisierung und haushälterischen Umgang mit öffentlichen Geldern. Wer das anders sieht, betreibt ein Wunschkonzert zulasten der Allgemeinheit.

Wir bleiben dran.

Wir sind die Ja-Sager

Da soll mal noch jemand sagen, dass die SVP eine Nein-Sager Partei sei. Viel mehr sagen wir ja zum Fortschritt! Dies im gegensatz zu den Links-Grünen Bünzlis, welche immer zu allem Nein sagen. Deshalb empfehlen wir am 24.11.25 8 mal Ja zu sämtlochen Vorlagen zu stimmen.